16.05.2017Dialog zur europäischen Geodateninfrastruktur | Nr. 034/2017

Potsdam - Heute trafen sich in Potsdam die Mitglieder des Lenkungsgremiums Geodateninfrastruktur Deutschland (GDI-DE) mit einem Vertreter der Europäischen Kommission zu einem Erfahrungsaustausch. Die Experten vertieften im Rahmen dieses informellen Austauschs mit Joachim D’Eugenio (Direktion Umwelt, Europäische Kommission) die Perspektiven der europäischen Geodateninfrastruktur.

Innenstaatssekretärin Katrin Lange begrüßte den Gast aus Brüssel und erklärte im Anschluss an die Beratungen: „Wir müssen unsere Daten - wo immer sinnvoll - europaweit in einheitlichen Formaten online verfügbar machen. Katastrophenschutz ist nicht nur ein nationales Thema. Hochwasser spielt sich oft grenzüberschreitend ab, dazu werden Daten aus ganz verschiedenen Regionen benötigt, um gut vorbereitet zu sein und wirksam agieren zu können.“

Unter Vorsitz des Landes Brandenburg befördert das Lenkungsgremium GDI-DE diese in einer europäischen Richtlinie (sogenannte „INSPIRE-Richtlinie“) verankerten Ziele. Der langfristig angelegte Zeitplan der Europäischen Kommission für die Umsetzung der Richtlinie reicht bis in das Jahr 2021 und erfordert mithin eine kontinuierliche Befassung.

Lange: „Wir sind gerade hier in Brandenburg im Geobereich sehr gut aufgestellt und wollen die Chancen der Digitalisierung besonders nutzen. Geodaten sind nicht nur Grundlage sondern heute vielmehr Motor für eine flächendeckende raumbezogene Digitalisierung. Das Vorhaben, europaweit einheitliche Daten in einer europäischen Geodateninfrastruktur verfügbar zu machen, ist beispielgebend für die gesamte Verwaltung. Deutschland sowie auch alle anderen Mitgliedstaaten stehen nun vor der Bewältigung der letzten Meilensteine der Umsetzung, um letztlich die europäische Geodateninfrastruktur für die Aufgaben unserer modernen Informationsgesellschaft endgültig verfügbar zu machen.“

Entscheidungen im Energie- und Umweltbereich, Planungen zu Infrastruktur- und Bauvorhabenvorhaben und beispielsweise auch Polizei- und Feuerwehreinsätze sind ohne Geodaten nicht mehr denkbar. Die Routenplanung auch im privaten Bereich mittels Navigationssoftware gehört heute ebenfalls zum Alltag. Hier sind die amtlichen Geodaten eine unverzichtbare Grundlage. „Die europäische Geodateninfrastruktur ist heutzutage so wichtig wie das Schienen- und Straßennetz; sie muss nun auch so selbstverständlich werden“, resümierte die Innenstaatssekretärin.

In seiner Tagung im Anschluss an den Erfahrungsaustausch vom 16. bis 17. Mai 2017 wird das Lenkungsgremium GDI-DE die ersten Weichenstellungen zu seinem Fortbestehen vornehmen und den Entwurf der Fortschreibung der Verwaltungsvereinbarung für die Zeit ab 2018 von Bund und Ländern auf den Weg gebracht haben. Damit ist auch die weitere Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie gewährleistet. Mit der Beschlussfassung im IT-Planungsrat, die Mitte des Jahres geplant ist, soll die Vereinbarung dann unterschriftsreif sein.

Hintergrund

Die Geodateninfrastruktur ist das Netzwerk zum Austausch von Geodaten – also Daten mit Raumbezug. Das soll vor allem durch gemeinsame Technologien auf der Basis von Standards und gemeinsame Regeln bei der Bereitstellung von Geodaten erreicht werden. Die GDI-DE ist Teil der europäischen Geodateninfrastruktur, die über die EU-Richtlinie INSPIRE umgesetzt wird. Mit INSPIRE (Infrastructure for Spatial Information in the European Community) soll eine europäische Geodateninfrastruktur aufgebaut werden. Laut der Richtlinie sind alle EU-Staaten seit dem 15. Mai 2007 verpflichtet, Geodaten in vielfältigen Themenbereichen - von Adressen, und Verwaltungseinheiten bis zu Gesundheits- und Umweltdaten - stufenweise einheitlich über Online-Dienste bereit zu stellen. Die technische Umsetzung der Richtlinie ist auf einen langjährigen Prozess ausgelegt, der 2021 abgeschlossen sein soll.

Download der Pressemitteilung als PDF-Datei:
Dialog zur europäischen Geodateninfrastruktur

Verantwortlich: Ingo Decker

Auswahl

Jahr
Rubrik