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Pressedienst

Verkehrskontrollen

01.04.2007 Brandenburgs Bäume blitzen zurück

Einzigartiges Innovationsprojekt gegen Baumunfälle zur Erprobung freigegeben

 
Nr. 069/2007

Ein bislang bundesweit einzigartiges Innovationsprojekt gegen Baumunfälle startet Brandenburgs Polizei. Unter den Bäumen, die demnächst entlang der Landesstraßen neu gepflanzt werden, werden sich so genannte ‚Blitzerbäume’ befinden. Innenminister Jörg Schönbohm gab das in fast einjähriger Vorbereitung gereifte Projekt jetzt zur Erprobung frei. Die High-tech-Bäume, die für die Autofahrer äußerlich von gewöhnlichen Bäumen praktisch nicht zu unterscheiden sind, sollen Raser durch gestochen scharfe Fotos überführen und zur Rechenschaft ziehen. Ende des Jahres soll ein Abschlussbericht erstellt und danach über die Beschaffung weiter ‚Blitzerbäume’ entschieden werden.

 

Immer wieder führt vor allem überhöhte Geschwindigkeit in den wunderschönen brandenburgischen Alleestraßen zu tödlichen Verkehrsunfällen. Allein im vergangenen Jahr verzeichnete die Polizei fast 2.900 Baumunfälle. Dabei starben 102 Menschen; das waren fast 40 Prozent aller Verkehrstoten auf den Straßen des Landes. 1.524 Personen wurden verletzt. Der Pilotversuch soll auf der am 14. April beginnenden Leipziger Automesse ‚ami 2007’ neben dem interaktiven Funkstreifenwagen auch einem breiteren Publikum vorgestellt werden.

 

Möglich wird das beispiellose Vorhaben durch modernste Mikroelektronik. Die inzwischen weit fortgeschrittene Miniaturisierung macht es möglich, Kamera und Messsensor soweit zu verkleinern, dass sie für die Verkehrsteilnehmer praktisch unsichtbar werden. Dadurch kann die Technik auch an jungen Straßenbäumen eingesetzt werden.

                                                 

Die Messergebnisse und Bilder der Raser werden von der Messeinheit verschlüsselt auf einem internen kleinen Hochleistungschip gespeichert. Sie können von der Zentralen Bußgeldstelle in Gransee automatisiert online direkt bei der Messeinheit abgerufen werden, die dafür mit einer Miniaturantenne ausgerüstet ist. Durch die Verschlüsselung der Daten wird auch dem Datenschutz Genüge getan. Zugleich erspart das Abrufverfahren den Personaleinsatz für den Austausch von Filmen, wie es noch bei dem herkömmlichen stationären Geschwindigkeitsmesssystemen erforderlich ist.

 

Die von den ‚Blitzerbäumen’ übermittelten Daten werden in der Bußgeldstelle direkt in ein automatisiertes Verfahren zur Erstellung von Bußgeldbescheiden überführt. Ohne weiteres Zutun des Personals entstehen so binnen weniger Minuten die entsprechenden Bußgeldbescheide, die dann per Post an die Verkehrssünder herausgehen. „Im Extremfall dauert es also nur wenige Minuten vom aufgezeichneten Verkehrsverstoß bis zum fertigen Bußgeldbescheid“, erläutert einer der Projektbetreuer beim Zentraldienst der Polizei.

 

Die neuen ‚Baumblitzer’ sind dabei das Ergebnis intensiver Kooperation von Polizei und Wirtschaft. Die Intentionen der Polizei wurden mit dem Know-how vor allem hoch innovativer mittelständischer Betriebe aus dem Bereich der Sicherheitstechnik gekoppelt. „Hochleistungstechnik von dieser Qualität gibt es sonst allenfalls noch in der Raumfahrttechnik“, heißt es beim Projektteam stolz.

 

Bei der Energieversorgung geben sich die ‚Blitzerbäume’ übrigens ganz ökologisch. Nicht nur, dass der Energieverbrauch gegenüber herkömmlichen Geschwindigkeitsmessgeräten auf ein Minimum reduziert wurde: Die Stromversorgung der High-tech-Bäume erfolgt über Solarzellen.

  

Verantwortlich:
Dorothee Stacke, Pressesprecherin
Ministerium des Innern
Henning-von-Tresckow Str. 9-13
14467 Potsdam
Telefon (0331) 866 2060
Fax: (0331) 866 2666